Ser tão seco



Premiere: 20.09.2015
Choreograf: Danilo Cardoso
​KünstlerInnen: Tim Čečatka, Bastian Vogel, Antony Franz, Aaron Samuel Davis, Gunter Hampel, Utku Yurttas, Joan Chavez, Patric Neves Lindström, Tyshea Lashaune,Cheryl Friedrich, Caroline Frey, Diatra Zulaika
Licht-Design: Jost Jacobfeuerborn
Sound design: Marco Girardin
Dauer: 45 min

Der portugiesische Titelname kann als "sehr trockenes Wesen" oder "getrocknetes Sertão" interpretiert werden. Dieses Stück bezieht sich auf das Leben der Menschen, die unter der Dürre leiden in den Brasilianischen Nordost-Region, so genannte "Sertão", und das Thema wird durch 12 Künstler zwischen Musikern und Tänzern auf die Bühne gebracht, sie präsentieren diesen spezifischen Lebensstil und beziehen ihn auf die zeitgenössische Welt.

​“Das Bühnenbild blieb leer, bis auf Erde, die über den Boden verstreut wurde. In diesem kahlen Setting schufen zwölf Tänzer und Musiker in zwei Choreografien von Danilo Cardoso so einprägsame Bilder und Momente, dass sie den Zuschauern im Gedächtnis bleiben werden. „Ser tao seco!“, das heißt „Sehr trockener Mensch“, thematisiert die Dürre, unter der Bewohner in Sertao leiden, einer Region im Nordwesten Brasiliens. Im Stück reihen sich tänzerisch dargestellte Geschichten, verstärkt durch Live-Musik von der Band."

"Alle Lieder und gesprochenen Texte sind portugiesisch. Dennoch erschließen sich jedem die Szenen, da sie schlicht und anschaulich konzipiert sind. Szenen vom hoffnungsvollen Ackerbau im Kollektiv bis zu Epidemie und Qual infolge Wassermangels."

“Hier wird alles gezeigt, was das Leben bereithält, auch Rohheit und Grausamkeit. Als ein Mann tot umfällt, bricht ein anderer in Lachen und Jubel aus. Und wie Freud und Leid aufeinanderprallen: Vorne stirbt einer, ein paar Meter weiter hinten feiern junge Leute zu Flamenco Rhythmen – mitreißend. Wie treffend zum Beispiel die Leiche über die Bühne gezogen wird, dass ihr Ding-Sein echt erscheint, auch die Mühe der sie ziehenden Frau. Dabei zeugen die Szenen von Spontaneität, bringen Tänzer sich ständig improvisierend ein. Das schafft den Eindruck von Echtheit und Unmittelbarkeit. Eine große Power entsteht im Spiel dieser professionellen Tänzer. “


                       Claudia Viotto / Neue Westfälische, Bielefeld, 12.10.2015



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